ME/SOUNDS (D)
25.01.1998

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5 Fragen an Herrn Zawinul:

Auf ihrem Album "My People" experimentieren sie mit afrikanischer Musik. Wie kommt man als �sterreicher dazu?



Ganz einfach, ich bin mit einer Schwarzen verheiratet. Sie hat mich immer wieder auf diese Musik gebracht � solange, bis sie mir in Fleisch und Blut eingegangen war. Afrika, das ist in meinen Ohren die Wiege der Musik und des Rhythmus.



In den 50ern und 60er huldigten sie dem puren Jazz, in den letzten 30 Jahren aber haben sie den Begriff "Jazz" immer weiter gefa�t.



Es gibt keine pure Musik, auch keinen "puren Jazz". Es gibt nur Musik, die mich packt und die mich nicht packt, andere Kriterien habe ich noch nie z�hlen lassen. Jazzige Muster waren zwar stets eine gro�e Inspiration, aber ich wollte diese Musik von ihrem verstaubten Podest runterholen, sie popularisieren.

Sie bezeichnen Ihre Musik als "Folk for the Nineties"



Folklore, das hat was mit Tradition zu tun, mit Tanz und Ausgelassenheit � also eine Menge mit den Songs auf "My People". F�r mich stecht darin aber auch jede Menge Magie und Spiritualit�t, Volksn�he und Einfachheit.



Sie haben gesagt, ihr Album sei vom "Familien-Gedanken" gepr�gt. Wie ist das zu verstehen?



Ich bin gerade Opa geworden, das hat mich tief ber�hrt und hat mich inspiriert. Ich liebe meine Familie, ich liebe meine Freunde. All diese Liebe lie� ich in mein Album einflie�en.



Hatten sie ein �hnlich inniges Verh�ltnis zu ihrer Familie in Wien?



Na klar, ich hab� all diese Leute geliebt. Das waren einfache Menschen, hart aber herzlich. Vor allem mein Vater hat�s mir angetan: ein Bauer und Schnapsbrenner, der den besten Slivovitz gemacht hat. Als er gestorben war, habe ich 80 Liter am Zoll vorbei nach New York geschmuggelt.